Die Jahrestagung 2020 der Gesellschaft für Freikirchliche Theologie und Publizistik wird im Rahmen des Symposions 2020 stattfinden, welches die GFTP gemeinsam mit dem Mennonitischen Geschichtsverein veranstaltet.

Es findet vom 9.-11. Oktober 2020 in der  Missionsakademie an der Uni Hamburg statt.

Den detaillierten Einladungsflyer finden Sie zum Download hier, ergänzend zur Täuferbewegung: hier

Flyer Symposion 2020

Veranstalter:

Gesellschaft für Freikirchliche Theologie
und Publizistik e. V. (GFTP)

Mennonitischer Geschichtsverein e. V. (MGV)

500 Jahre Täuferbewegung 2025 e. V.
c/o Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen

Thema: "500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025 – Religionsfreiheit: Erbe, Label, Verpflichtung?“

 Hintergrundinformation zu "500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025 " finden Sie hier

gewagt schmal

© 2018–2019 „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.

 

AKTUELL: Die Vorträge des Symposion 2019 sind soeben erschienen in der 25. Ausgabe der Zeitschrift für Theologie und Gemeinde (ZThG 25). Diese wird z.Zt. an alle Mitglieder verschickt und kann ab sofort ebenfalls im Online-Shop des Oncken-Verlags erworben werden.

 

2019 fand das jährliche Symposium der GFTP  in Oldenburg vom 01.-03.11.2019 unter dem Thema "Heimat - Zwischen Verwurzelung und Aufbruch" statt. Im Kontext dieser Tagung hat auch die

jährliche Mitgliederversammlung der GFTP am Freitag, den 1. November 2019 stattgefunden.

(Details siehe Flyer )

 01 Symposion 2019 2 Front

Heimat – Zwischen Verwurzelung und Aufbruch

Vom 1. bis 3. November 2019 veranstaltete die Gesellschaft für freikirchliche Theologie und Publizistik ihr 24. Symposion erneut an der Universität Oldenburg und in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Evangelische Theologie, dem die 1. Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Andrea Strübind angehört. 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten eine ausgesprochen anregende Tagung mit erhellenden Beiträgen. Dem Ansatz der GfTP entsprechend, standen Beiträge aus den verschiedenen theologischen Disziplinen auf dem Programm und so waren exegetische, kirchengeschichtliche, systematisch-theologische und ökumenische Ausführungen zu hören. Zwei öffentliche Abendvorträge im katholischen Forum St. Peter rahmten die Tagung und waren für ein breites Publikum zugänglich. Ökumenisch war auch die Besetzung: Mit großer Selbstverständlichkeit ergänzte der Katholik, Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn, das freikirchliche, reformierte und lutherischer Rednerportfolio. So konnte das vielschichtige Thema „Heimat“ aus verschiedenen theologischen Disziplinen und konfessionellen Blickwinkeln erschlossen werden.

Die Beiträge und Diskussionen arbeiteten auf unterschiedliche Weise heraus, dass ein christliches Verständnis von Heimat, geographische und ethnische Dimensionen stets überschreitet, aber dennoch zu einer Beheimatung in dieser Welt führt und sich keiner falschen Weltflucht hingibt. Dazu passten auch die Ausführungen einer Doktorandin, die den Teilnehmenden Einblick in die ambivalenten Zugänge einer 25-Jährigen zum Stichwort „Heimat“ gab und ihnen die heimatliche Bindungskraft des norddeutschen Grußes „Moin“ erschloss.

TeilnehmerInnen, die keine akademisch-theologische Ausbildung haben, gehören zum regelmäßigen Teilnehmerkreis der Tagung. Sie bestätigten, dass es auf dieser Tagung sehr gut gelang, den Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theologie und Gemeinde zu vollziehen.

Die Vorträge des Symposion werden im September 2020 in der 25. Ausgabe der Zeitschrift für Theologie und Gemeinde erscheinen. Diese kann im Online-Shop des Oncken-Verlags erworben werden.

Dr. Oliver Pilnei

Die Veröffentlichung der Symposionbeiträge 2019 ist

für September 2020 in der Zeitschrift für Theologie und Gemeinde (ZThG 25) vorgesehen.

 

 

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Zeitschrift für Theologie und Gemeinde, Jg. 25 (2020), erschienen im September 2020, € 19,–.
Bestellungen der Zeitschrift über den Gemeindebüchertisch oder direkt an: www.blessings4you.de | shop.oncken.de

 

Heimat – Zwischen Verwurzelung und Aufbruch

„Man kann einen Menschen aus der Heimat vertreiben, aber nicht die Heimat aus dem Menschen“ (Erich Kästner). Was (zu) mir gehört … lautet der Eingangsbeitrag von Hans-Joachim Höhn und zeichnet ein Bild über die Suche nach Identität und Heimat. „Wer seine Heimat verlässt, gibt identitätsstiftende Zugehörigkeiten auf“ und in der Fremde stelle sich dann das Heimweh ein. Doch es gibt aber auch einen anderen „Typus der Daseinsvergewisserung, der dem Ursprung und Erbe des Christentums viel mehr entspricht“. Dieser stelle in Frage, dass Heimat nur in der Rückschau bestimmbar sei und bezweifle, dass es jenes Idyll jemals gegeben habe. Heimat als Utopie: „Wir wären gerne dort, wo wir noch nie waren!“ Den Glaubenden müsse es dann nicht darum gehen, sich in der Welt heimelig einzurichten. Vielmehr werden sie den „Unterschied zwischen Vorläufigkeit und Endgültigkeit wachhalten“, ein „kritisches Weltverhältnis begründen“ und Kraft geben für ein Leben zwischen Exil (Diaspora) und Exodus.

Der atl. Beitrag von Karin Schöpflin „Heimatgefühle im Alten Testament?“ greift das Motiv auf. Heimat – atl. „Land“ – ist in den Texten des Alten Testaments durchweg theologisch bestimmt: „Gott weist seinem Volk das Territorium zu, auf dem es als Gemeinschaft leben soll, und zwar nach seinen Regeln.“ Er ist es auch, der die „Heimat nimmt, wenn sein Gebot verletzt wird.“ Auf ihn setzen die Heimatlosen ihre Hoffnung, zurückzukehren. Darüber hinaus gehört zum Gefühl des Beheimatet-Seins auch das Leben im Kollektiv des Gottesvolkes.

Christian Wehde kommt in seinem ntl. Beitrag „Heimat bei Gott?!“ zum Schluss, dass „‚Heimat‘ in geografischer oder ethnischer Hinsicht keine Bedeutung mehr hat“. Denn „Zuhause-Sein, ‚Heimat‘, geschieht schon jetzt inmitten der Welt, inmitten der Fremde, indem die Gemeinde von Christus selbst zu einem geistlichen Haus erbaut wird, das auch anderen Menschen ein Zuhause bieten soll.“

Den Bogen zum Anfang schlägt Frank Mathwig mit seinem Aufsatz „Zwischen Heimweh und Heimat“. Heimweh kann nicht durch Rückkehr in die einst verlassene Heimat geheilt werden, weil das Vergangene ein für alle Mal vergangen ist. In Bezug auf Christen stellt er dar, eine biblisch angemessene Rede von Heimat wäre, von ihnen als „Heimwehgemeinschaft auf ihrem Heimweg in die Fremde“ zu sprechen. Denn „wo Hoffnung ist, kann nur Diaspora sein, denn solange Hoffnung besteht, ist ihr Ziel noch nicht da.“

Weitere Beiträge zum Thema: Andreas Liese, „Unsere Heimath ist droben“. Heimat und Fremde in den Geschlossenen Brüdergemeinden; Christian V. Witt, Theologie der Diaspora. Der Studienprozess der GEKE zur Standortbestimmung der evangelischen Kirchen im pluralen Europa; André Munzinger, Grenzenlose Heimat? Ökumenische Ethik und der lokal verwurzelte Kosmopolitismus; Rebecca Hedenkamp, #youonlylivetwice. Inwiefern ist der Protestantismus für die jüngere Generation (noch) Heimat?

Zeitschrift für Theologie und Gemeinde, Jg. 25 (2020), erscheint im September 2020, € 19,–.
Bestellungen der Zeitschrift über den Gemeindebüchertisch oder direkt an: www.blessings4you.de | shop.oncken.de

Autor: Olaf Lange

Jg. 1966, 3 Kinder, Studium der Theologie in Bochum und Hamburg (BEFG), selbstständiger Mediendesigner, seit 1994 in der EFG Heidelberg, seit 1996 Geschäftsführer der Gesellschaft für freikirchliche Theologie und Publizistik e.V. und Mitherausgeber der Zeitschrift für Theologie und Gemeinde, seit 2019 im Oncken-Stiftungsrat