Das Symposion 2021 der Gesellschaft für Freikirchliche Theologie und Publizistik wird unter dem Thema

„Für alles offen? – Gemeinschaft auf dem Prüfstand. Gegenwartstauglichkeit und Zukunftsfähigkeit des freikirchlichen Gemeindemodells“                       angekündigt.

Es soll in Kooperation mit dem Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal vom 22.-24. Oktober 2021 (in Präsenz, hybrid oder online) in Elstal stattfinden.

Anmeldungen sind ab sofort unter folgender Adresse möglich:

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 THE GFTP Sym

Der detaillierte Einladungsflyer wird in Kürze hier veröffentlicht.

Näheres zur Einladung und mehr finden Sie im Mitglieder-Rundbrief von Prof. Dr. Andrea Strübind (Vorsitzende)

 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Freundinnen der GFTP,

„In der Macht des Geistes wird in den Geschöpfen die Freude am gültigen, am befreiten und befreienden Leben geweckt. Durch die Gemeinschaft der Geheiligten und die Vergebung der Sünden ist gültiges, befreiendes und freies Leben inmitten einer Welt gegenwärtig, die von Leiden und Tod gezeichnet ist. Inmitten massiver Selbstgefährdung, Zerstörung und Hoffnungslosigkeit ist die Wirklichkeit Gottes, ist die erneuernde, den Verfallsverlauf verändernde Kraft Gottes da.“ (Michael Welker)

Mit einem der Schlussgedanken aus dem immer noch inspirierenden Buch von Michael Welker über eine Theologie des Geistes grüße ich Sie und euch in dieser pfingstlichen Zeit. Nach über einem Jahr Pandemie tut es gut, sich an die erneuernde Kraft des Geistes zu erinnern. Davon haben wir als Christen und Christinnen in diesen „bleiernden“ Zeiten eben auch zu sprechen.

Die neue ZThG 2021 wird in den nächsten Wochen erscheinen. In ihr werden die Beiträge von unserem Symposion veröffentlicht, das vom 9.-11. Oktober 2020 in der Mennonitengemeinde zu Altona und Hamburg unter dem Thema: „Religionsfreiheit: Erbe, Label, Verpflichtung“ stattfand. Gerne denke ich an die gelungene Kooperation mit dem Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025“ e.V. und dem Mennonitischen Geschichtsverein zurück. So konnten wir im Rahmen der Tagung die offizielle Eröffnung des Täufergedenkens in einem gelungenen und bewegenden ökumenischen Gottesdienst gemeinsam feiern. Wie immer werden unserer 26. Ausgabe der ZThG aber auch weitere Beiträge veröffentlicht, die ein weites inhaltliches Spektrum abbilden.

Das diesjährige Symposion der GFTP findet in Kooperation mit dem Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal vom 22.-24. Oktober 2021 (in Präsenz, hybrid oder online) in Elstal statt. Das Motto „Für alles offen? – Gemeinschaft auf dem Prüfstand. Gegenwartstauglichkeit und Zukunftsfähigkeit des freikirchlichen Gemeindemodells“ greift das Themenjahr im Rahmen des Täufergedenkens aus.

Das freikirchliche, kongregationalistische Gemeindemodell der „believer‘s church“ ist von konstitutiven theologischen Überzeugungen und typischen Sozialformen geprägt. Zu den theologischen Grundlagen gehört z. B. das Priestertum aller Gläubigen als „die der Gemeinde gegebene Grundstruktur“ (Rechenschaft vom Glauben, Glaubensbekenntnis des BEFG); zu den Sozialformen die „leibliche“ Versammlung der Gläubigen in Ortsgemeinden, verbunden mit einer nach Peergroups ausdifferenzierten Gruppenstruktur. Die Corona-Pandemie stellt das kongregationalistische Gemeindemodell dabei vor große Herausforderungen.

Auf dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen sollen das freikirchliche Gemeindemodell sowie das Phänomen der in seinem Kontext auftretenden Bewegungen aus historischer, systematischer und praktisch-soziologischer Perspektive befragt werden. Wir freuen uns auf eine wie immer rege Beteiligung.

Anmeldungen sind ab sofort unter folgender Adresse möglich:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit herzlichen Grüßen   Andrea Strübind

 

 

 

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Zeitschrift für Theologie und Gemeinde, Jg. 25 (2020), erschienen im September 2020, € 19,–.
Bestellungen der Zeitschrift über den Gemeindebüchertisch oder direkt an: www.blessings4you.de | shop.oncken.de

 

Heimat – Zwischen Verwurzelung und Aufbruch

„Man kann einen Menschen aus der Heimat vertreiben, aber nicht die Heimat aus dem Menschen“ (Erich Kästner). Was (zu) mir gehört … lautet der Eingangsbeitrag von Hans-Joachim Höhn und zeichnet ein Bild über die Suche nach Identität und Heimat. „Wer seine Heimat verlässt, gibt identitätsstiftende Zugehörigkeiten auf“ und in der Fremde stelle sich dann das Heimweh ein. Doch es gibt aber auch einen anderen „Typus der Daseinsvergewisserung, der dem Ursprung und Erbe des Christentums viel mehr entspricht“. Dieser stelle in Frage, dass Heimat nur in der Rückschau bestimmbar sei und bezweifle, dass es jenes Idyll jemals gegeben habe. Heimat als Utopie: „Wir wären gerne dort, wo wir noch nie waren!“ Den Glaubenden müsse es dann nicht darum gehen, sich in der Welt heimelig einzurichten. Vielmehr werden sie den „Unterschied zwischen Vorläufigkeit und Endgültigkeit wachhalten“, ein „kritisches Weltverhältnis begründen“ und Kraft geben für ein Leben zwischen Exil (Diaspora) und Exodus.

Der atl. Beitrag von Karin Schöpflin „Heimatgefühle im Alten Testament?“ greift das Motiv auf. Heimat – atl. „Land“ – ist in den Texten des Alten Testaments durchweg theologisch bestimmt: „Gott weist seinem Volk das Territorium zu, auf dem es als Gemeinschaft leben soll, und zwar nach seinen Regeln.“ Er ist es auch, der die „Heimat nimmt, wenn sein Gebot verletzt wird.“ Auf ihn setzen die Heimatlosen ihre Hoffnung, zurückzukehren. Darüber hinaus gehört zum Gefühl des Beheimatet-Seins auch das Leben im Kollektiv des Gottesvolkes.

Christian Wehde kommt in seinem ntl. Beitrag „Heimat bei Gott?!“ zum Schluss, dass „‚Heimat‘ in geografischer oder ethnischer Hinsicht keine Bedeutung mehr hat“. Denn „Zuhause-Sein, ‚Heimat‘, geschieht schon jetzt inmitten der Welt, inmitten der Fremde, indem die Gemeinde von Christus selbst zu einem geistlichen Haus erbaut wird, das auch anderen Menschen ein Zuhause bieten soll.“

Den Bogen zum Anfang schlägt Frank Mathwig mit seinem Aufsatz „Zwischen Heimweh und Heimat“. Heimweh kann nicht durch Rückkehr in die einst verlassene Heimat geheilt werden, weil das Vergangene ein für alle Mal vergangen ist. In Bezug auf Christen stellt er dar, eine biblisch angemessene Rede von Heimat wäre, von ihnen als „Heimwehgemeinschaft auf ihrem Heimweg in die Fremde“ zu sprechen. Denn „wo Hoffnung ist, kann nur Diaspora sein, denn solange Hoffnung besteht, ist ihr Ziel noch nicht da.“

Weitere Beiträge zum Thema: Andreas Liese, „Unsere Heimath ist droben“. Heimat und Fremde in den Geschlossenen Brüdergemeinden; Christian V. Witt, Theologie der Diaspora. Der Studienprozess der GEKE zur Standortbestimmung der evangelischen Kirchen im pluralen Europa; André Munzinger, Grenzenlose Heimat? Ökumenische Ethik und der lokal verwurzelte Kosmopolitismus; Rebecca Hedenkamp, #youonlylivetwice. Inwiefern ist der Protestantismus für die jüngere Generation (noch) Heimat?

Zeitschrift für Theologie und Gemeinde, Jg. 25 (2020), ist im September 2020 erschienen, € 19,–.
Bestellungen der Zeitschrift über den Gemeindebüchertisch oder direkt an: www.blessings4you.de | shop.oncken.de

Autor: Olaf Lange

Jg. 1966, 3 Kinder, Studium der Theologie in Bochum und Hamburg (BEFG), selbstständiger Mediendesigner, seit 1994 in der EFG Heidelberg, seit 1996 Geschäftsführer der Gesellschaft für freikirchliche Theologie und Publizistik e.V. und Mitherausgeber der Zeitschrift für Theologie und Gemeinde, seit 2019 im Oncken-Stiftungsrat