Aktuell

Unter das Dach meiner Hände
huscht ein Gebet.

Das überredet mich
zum Ausschlich
aus meiner Bleibe,
der Angst.

Zur Flucht
in eine Flocke Vergänglichkeit,
eingefangen
von der ruhigen Hand
des gerufenen Gottes

(Kurt Heynicke)

Liebe Mitglieder der GFTP,

das vergangene Jahr war in vielerlei Hinsicht herausfordernd und angesichts von Terror, Krieg und eskalierender Gewalt für viele auch beängstigend. Das Neue Jahr kommt auf uns mit weiteren wichtigen Entscheidungen in der Politik zu, die zu einer klaren Stellungnahme für unsere demokratische und offene Gesellschaft herausfordern. Zugleich begehen wir das 500. Jubiläumsjahr der Reformation, zu deren Erbe auch der Kampf um die Freiheitsrechte des Einzelnen gehört, die besonders in den täuferischen und nonkonformistischen Traditionen gefordert und profiliert wurden.

Die GFTP kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken, da es uns mit Hilfe des neu gewählten Vorstands gelungen ist, drei Hefte der ZThG zu veröffentlichen. Das ist wahrlich ein Rekord! Mein herzlicher Dank gilt Olaf Lange, ohne dessen Engagement dieses schöne Ergebnis nicht erzielt worden wäre.

Besonders im Hinblick auf das Reformationsjubiläum möchte ich noch einmal auf die ZThG 21 (2016) hinweisen, die sich als Dokumentation des Symposions „Das Erbe des Nonkonformismus – von der Reformation zur Moderne“ an der Universität Oldenburg 2015 vorrangig mit der Bedeutung des Täufertums, des Nonkonformismus und des Baptismus für die Freiheitsrechte und soziale Bewegungen beschäftigt. Damit bietet diese Ausgabe der ZThG einen wichtigen Beitrag zu einem inklusiven Verständnis der Reformation, das die Vielfalt der aus ihr entstandenen bzw. sich auf sie zurückführenden Denominationen und ihrem modernisierenden Potenzial berücksichtigt.

Dankbar schauen wir auch auf das gelungene und inhaltlich hoch spannende Symposion in Nürnberg „Radikalisierung im Namen der Religion“ zurück, das besonders durch die Referenten aus Kamerun bereichert wurde. Vielen Dank für die intensive Vorbereitung und organisatorische Durchführung, die vor Ort von Irmgard Stanullo und – im Kontakt mit unseren internationalen Gästen – vor allem von Hildegard und Edgar Lüllau getragen wurde. Die Beiträge des Symposions werden in der ZThG 22 (2017) veröffentlicht werden, die traditionell im Mai – zum Bundesrat des BEFG - erscheinen soll.

Gerne lade ich im Namen des Vorstands zum nächsten Symposion der GFTP ein, das vom 3.-5. November 2017 an der Universität in Oldenburg stattfinden wird. Das Thema lautet: „Widerstand und Versöhnung - Martin Luther King als Inspiration für Gerechtigkeit". Im Vorgriff auf das Gedenken an Martin Luther Kings 50. Todestag im Jahr 2018 soll es um die Aktualität und Rezeption seiner Theologie gehen und deren Umsetzung in der Bürgerrechtsbewegung. Dabei wird nicht die historische Perspektive im Mittelpunkt stehen, sondern die Aufnahme von Impulsen für die Theologie und (sozial-)ethische Positionsfindungen der Gegenwart. Angesichts der aufgeregten politischen Debatten um Integration, Migrationsbewegungen und Fremdenhass wird die Auseinandersetzung mit dem Erbe des gewaltlosen Widerstands und der Vision einer gerechten Gesellschaft sicher zur Orientierung beitragen.

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für ein friedliches Jahr 2017

Andrea Strübind