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„In the real sense all life is interrelated. The agony of the poor impoverishes the rich; the betterment of the poor enriches the rich. We are inevitably our brother's keeper because we are our brother's brother. Whatever affects one directly affects all indirectly."

„In Wahrheit ist alles Leben miteinander verbunden. Die Qual der Armen macht auch den Reichen arm; die Besserstellung des Armen macht den Reichen reich. Wir sind unweigerlich der Hüter unseres Bruders, weil wir unseres Bruders Bruder sind. Was auch immer einen Menschen direkt betrifft, betrifft indirekt alle."

(Martin Luther King Jr., Where Do We Go from Here: Chaos or Community?, 1967)

Liebe Mitglieder der GFTP,

die Bilder von Zerstörung und Gewalt in den Straßen Hamburgs gehen einem am Tag danach – einem Sonntag – nicht so leicht aus dem Kopf. Eine Orgie der Gewalt liegt hinter uns, und viele Bürger und Bürgerinnen unserer offenen, demokratischen Gesellschaft fühlen sich zutiefst verunsichert, bedroht und verletzt. Besonders widerwärtig ist der von den Akteuren behauptete Zusammenhang, durch ihre Gewaltaktionen für eine bessere und gerechtere Welt für alle zu kämpfen. In ihrem Treiben wurden sie noch dazu von feixenden Schaulustigen umgeben und tausendfach mit Smartphones gefilmt – „Gewaltpornographen" nennt sie ein Kommentator.

Im Nachdenken und Innehalten über das, was sich ereignet hat, darf ich Sie / euch ganz herzlich zu unserem nächsten Symposion einladen, das vom 3.-5. November 2017 an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg mit dem Thema: „Widerstand und Versöhnung – Martin Luther King als Inspiration für Gerechtigkeit" stattfinden wird. Wir werden uns mit dem Erbe und der Wirkungsgeschichte der Theologie und der Programmatik des gewaltlosen Widerstands des Bürgerrechtlers und Baptistenpastors Martin Luther King befassen.

Im Jahr vor dem 50jährigen Gedenken an seine Ermordung am 4. April 1968 wollen wir gemeinsam danach fragen, wie aktuell die von ihm akzentuierte und theologisch begründete Verantwortung der Christen und Christinnen für das soziale Miteinander in ihren jeweiligen Gesellschaften ist. Welche Inspiration kann heute von seinen mit biblischen Bildern gesättigten Visionen ausgehen? Die Zielrichtung des gewaltlosen Widerstands bestand für King nicht nur in der Beseitigung einer rassistischen Gesetzgebung, sondern in der Errichtung einer neuen Gesellschaft der Liebe und der Gerechtigkeit, welche er als „Beloved Community" bezeichnete. Die Menschheit galt ihm als unauflöslich miteinander verbundene Familie und als Netzwerk vielfältiger Beziehungen. Angesichts von Globalisierung, Verteilungsungerechtigkeit und dem Ringen um eine zukunftsfähige Weltordnung reizen diese Aussagen zum Nachdenken und fordern zur Umsetzung in unserer Zeit heraus.

Das Symposion, in das unterschiedliche Experten und Expertinnen ihre Beiträge einbringen werden, stellt nicht die historische Perspektive in den Mittelpunkt, sondern die Aufnahme von Impulsen für die Theologie und (sozial-)ethische Positionen in der Gegenwart. Besonders freuen wir uns auf das Kommen von Rev. Dr. Edward L. Wheeler, der als Kirchenhistoriker und Zeitzeuge aus Atlanta den Eröffnungsvortrag und auch die Predigt im abschließenden Gottesdienst übernommen hat.

Das vorläufige Programm der Tagung füge ich bei. Es ist auch auf unserer Homepage veröffentlicht (www.gftp.de). Es wäre schön, wenn Sie weitere Interessenten auf die Tagung aufmerksam machen.

Zugleich lädt der Vorstand hiermit zur jährlichen Mitgliederversammlung der GFTP am Freitag, den 3. November 2017, um 17.30 Uhr in den Bibliothekssaal der Uni ein.

Um Ihre Quartierwünsche angemessen und vor allem rechtzeitig berücksichtigen zu können, bitten wir Interessierte um eine möglichst rasche Anmeldung. Dies kann ganz einfach per E-Mail oder auch telefonisch geschehen. Bitte wenden Sie sich an:

Irmgard Stanullo
Tel.: +49 (0)911- 675914
irmgard@stanullo.de

Gerne möchte ich Sie auch noch einmal auf die im Mai erschienene Ausgabe unserer Zeitschrift ZThG 22 (2017) hinweisen, in der vorrangig die Beiträge des Symposions 2016 „Radikalisierung im Namen der Religion?" veröffentlicht wurden.

Ich freue mich auf die Begegnungen in Oldenburg!

Mit herzlichen Grüßen im Namen des Vorstands

Ihre

Andrea Strübind (1. Vorsitzende GFTP)