Liebe Mitglieder der GFTP, liebe Freunde und Freundinnen,

angesichts des Krieges in der Ukraine und des unermesslichen Leids, das plötzlich über so viele Menschen gekommen ist, fällt es mir sehr schwer, einfach zur Tagesordnung überzugehen. Dennoch ist gerade in diesen Zeiten neben unserer wachen Zeitgenossenschaft, auch unsere theologische Denkarbeit gefragt. Auch wenn ich in den letzten Tagen angesichts der eigenen Ohnmacht und der fehlenden Worte eher an die erste Zeile des bekannten Gedichts von Reinhold Schneider erinnert wurde: „Allein den Betern kann es noch gelingen“.

Ich möchte alle darauf hinweisen, dass das neue Heft der ZThG kurz vor Jahresende 2021 erschienen ist. Einige Beiträge konnten aufgrund der Pandemie erst verspätet eingereicht werden, und schließlich hat noch eine Knappheit an Papier und Umschlagsmaterialien zu einer neuerlichen zeitlichen Verzögerung geführt. Das Heft ist sehr umfangreich und bietet neben den verschriftlichen Vorträgen des letztjährigen Symposions in der Mennonitenkirche zu Hamburg, mit dem auch die Eröffnung des Täufergedenkens 1525-2025 verbunden war, eine Fülle weiterer Beiträge. Die Lektüre und auch die Weitergabe an Interessierte sei sehr empfohlen.

Das nächste Symposion mit dem Titel:What would Jesus do? Orientiert an Jesus in Spiritualität und Ethik“ findet in Kooperation mit dem Mennonitischen Geschichtsverein und dem Kollegium der Theologischen Hochschule Ewersbach vom 21. – 23. Oktober 2022 in Ewersbach statt. Die Tagung ist in Präsenz geplant, wobei es evtl. Möglichkeiten geben wird, die Vorträge auch online wahrzunehmen.

Das Symposium befasst sich in Anlehnung an das dritte Themenjahr des Täufergedenkens 2021-2025 (gewagt! konsequent leben – orientiert an Jesus) mit biblisch-theologischen Grundlagen, historischen Entwicklungen und der Gegenwartsbedeutung einer an Jesus orientierten Spiritualität und Ethik in Theologie und Gemeindepraxis.

Der Slogan „What would Jesus do?“ stammt aus einem Bestseller der Erweckungsbewegung in den USA, der eine Auflage von 50 Millionen Exemplaren erreichte. Mit dieser einfachen Frage hat sich das Leben zahlreicher Menschen verändert, weil sie es wagten, konsequent nach dem Vorbild Jesu zu leben. Die Frage ist, ob diese Haltung in einer globalisierten und vielfach dissoziativen oder dystopischen Welt für ein christliches Leben reicht. Es ist auch kritisch zu fragen, ob eine an Jesus orientierte Frömmigkeit, die zu den traditionellen Prägungen im freikirchlichen Bereich gehörte, für den Weltbezug christlicher Verkündigung ausreicht, oder ob sie den Glauben zu sehr auf die Innerlichkeit und eigene religiöse Betriebstemperatur einengt.

Uns ist es gelungen, eine Reihe von Experten und Expertinnen einzuladen, die in interdisziplinärer und ökumenischer Weite zu den verschiedenen Aspekten des Themas ihren Beitrag leisten werden.

Die Anmeldung erfolgt unter folgender Adresse:
Hochschulbüro der Theologischen Hochschule Ewersbach
Frau Sabine Stoll:                   sabine.stoll(at)the.feg.de

 In allen Unsicherheiten und Spannungen dieser Zeit wünsche ich euch / Ihnen die tröstliche Gewissheit, die Karl Barth am Abend vor seinem Tod seinem angesichts der Weltsituation verzweifelnden Freund in einem Telefonat weitergegeben hat: „Ja, die Welt ist dunkel! Nun ja nicht die Ohren hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking. Sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her. Gott sitzt im Regiment! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich, auch in dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht.“

Mit herzlichem Gruß

Andrea Strübind, Reminiszere - 13. März 2022

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